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WR vom 23.03.2010 - Die Zukunft der Arbeit ist weiblich

Die Zukunft der Arbeit ist weiblich

Experten-Tagung in der Dasa in Dortmund

Tim Müßle
Dortmund. „Die Frauen sind auf dem Vormarsch“, sagt Monika Goldmann, Vorsitzende des Dortmunder Forums Frau und Wirtschaft, „sie wollen alles: Beruf, Familie und Männer, die sich um die Kinder kümmern.“
Die Arbeitswelt der Zukunft wird weiblicher. Das ist die Quintessenz, die Experten gestern beim Dortmunder Forumsgespräch in der Bundesanstalt für Arbeitsschutz (DASA) zogen. Das Prinzip „40 Jahre 40 Stunden pro Woche in einem Betrieb und Mutti kümmert sich um den Haushalt und die Kleinen“ hat sich überlebt. „Es geht um die Verwaltung der Restbestände von Arbeit“, formuliert spitz Klaus Burmeister, geschäftsführender Gesellschafter der
„z_punkt“-Beratungsfirma für Zukunftsfragen. Daraus ergebe sich eine „Projekt- und Kreativwirtschaft“ mit befristeten Verträgen. Und die macht traditionelle Rolle des Vaters als Alleinernährer schwer, wenn nicht unmöglich.
Isabel Rothe, Präsidentin der DASA, geht noch einen Schritt weiter und diagnostizierte die „steigende Unsicherheit der Beschäftigungen“. In Zukunft bekomme vor allem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie besonderes Gewicht, waren sich die Experten einig. Gerade in Zukunfts-Branchen, die auf
die langfristige Bindung von hoch qualifizierten Mitarbeitern setzen, wie etwa Biotechnologie.„Eine langfristige Bindung ist für uns wichtig, denn wir haben wenig Auswahl auf dem Arbeitsmarkt“, so Petra Weingarten, Personalchefin der Biotech-Firma Protagen aus Dortmund.
Vor allem Frauen stärken derWirtschaft in Zukunft den Rücken. „Über 20 Prozent unserer Führungspositionen sind mit Frauen besetzt“, so Brigitte Michel-Stermann, Leiterin der Personalentwicklung der Dortmunder Stadtwerke DSW21. „Der Wert hat sich gesteigert, die Frauen trauen sich mehr zu.“

Junge Frauen stehen auch immer öfter mit der Hausfrauen-Rolle auf Kriegsfuß: „Unbezahlt zu Hause zu sein wäre für mich keine Lösung“, sagt Paula Wiesemann, die an der Ruhr-Uni Bochum Sozialwissenschaften studiert. „Ich will ein Kind möglichst früh in die Betreuung geben, es ist ja auch wichtig für Kinder, möglichst früh unter Menschen zu kommen.“
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist allerdings nicht nur eine Frage der Zukunft, bei einigen Betrieben ist sie schon längst angekommen und auch schon beantwortet.
Die Dortmunder Stadtwerke zum Beispiel haben neun Plätze in einer Kita der Arbeiterwohlfahrt gebucht; Protagen unterstützt Mitarbeiter bei der Suche nach Kita-Plätzen oder übernimmt Vermittlungsgebühren.
Die Hausfrau der 50er-Jahre hat ausgedient und wird ersetzt durch ein Netz aus Papa, Großeltern, Tagesmüttern und Erzieherinnen.

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