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17.02.2017
Kooperationen

Frauenmahl 2017

"Ich stehe hier und kann nicht anders - Frauen übernehmen Verantwortung"


Das Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund war auch in diesem Jahr wieder Kooperationspartner des Dortmunder Frauenmahls. Die Petri-Kirche öffnete wieder die Pforten - und dies nun bereits zum sechsten Mal - für ein Veranstaltungsformat, welches Sinnlichkeit mit einem zukunftsgerichteten Diskurs verbindet.

Viele interessierte Frauen der Region kommen zu diesem Anlass jedes Jahr an langen festlich gedeckten Tafeln zusammen, um sich über aktuelle frauenpolitische und gesellschaftskritische Themen zu informieren, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam zu speisen.

Am 17. Februar 2017 versammelten sich 150 Frauen in der St. Petrikirche, um das diesjährige Frauenmahl zu feiern.

Unter dem Titel

Ich stehe hier und kann nicht anders - Frauen übernehmen Verantwortung

redeten vier bekannte Frauen aus Kirche und Gesellschaft über verschiedene Dimensionen von Verantwortung:

  • Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, sprach zum Thema "Standfest und beweglich. Der Impuls der Reformation" über die Rolle von Frauen in der historischen Reformationsbewegung und zur Bedeutung der Reformation für uns heute. 2017 feiert die Evangelische Kirche 500 Jahre Reformation. Weitere Informationen dazu finden Sie unter www.einfach-frei-2017.de
  • Maria von Welser, Publizistin und TV-Journalistin, war wegen Krankheit verhindert. An ihrer Stelle sprang Ellen Radtke ein. Sie ist Pfarrerin und Studienleiterin für Genderfragen bei der EKD in Hannover. Sie verteidigte die erreichten Fortschritte in der Gleichberechtigung als Menschenrechte gegen die verbreitete Kritik an Genderpolitik. Und sie plädierte für einen offenen und selbstbewussten Umgang mit gleichgeschlechtlichen Lebensformen.
  • "Neue Chancen für Frauen nach der Flucht" war das Thema von Dr. Monika Goldmann, Dortmunder Forum Frau und Wirtschaft e. V. Sie berichtete, warum sie im vergangenen Jahr die Initative ergriff und ein Mentoring-Projekt für Frauen mit Fluchterfahrung in Dortmund auf den Weg brachte. Dieses Projekt werde inzwischen sogar vom Land NRW gefördert. Qualifizierten geflüchteten Frauen werden über Hospitationen und Begleitung durch betriebliche Mentor/innen Wege für eine Berufstätigkeit in Deutschland eröffnet. Frau Goldmann berichtete aber auch, wie hilfreich das Gespräch mit den geflüchteten Frauen aus unterschiedlichen Kulturkreisen für sie selbst sei, um eigene Sichtweisen und Vor-Urteile zu überdenken.
  • Nicola Berckhoff, Verband allein erziehender Mütter und Väter Landesverband NRW e. V., plädierte dafür, Alleinerziehende mehr in politischen und gesellschaftlichen Blick zu nehmen. "Alleinerziehende sind keine Familien 2. Klasse", so lautete ihr engagiertes Statement.

Die Tischreden wechselten sich ab mit einem sri-lankisch-vegetarischen 3-Gänge-Menü, Gelegenheiten zum Austausch mit Tischnachbarinnen sowie Saxophonmusik von Kristina Mohr. Es war ein gelungener Abend!