DIE SELEKTION IM KOPF - KREATIVE TEAMS FÜR KOMPLEXE AUFGABEN REKRUTIEREN

DIE SELEKTION IM KOPF - KREATIVE TEAMS FÜR KOMPLEXE AUFGABEN REKRUTIEREN

Digitalisierung ist derzeit ein großes Thema in Dortmund. Die Wirtschaftsförderung Dortmund hat zu mehr als 200 Veranstaltungen im Rahmen der Digitalen Woche #diwodo geladen. Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Frau & Beruf beteiligte sich auch das  Dortmunder Forum Frau und Wirtschaft e. V.  Thema im Online-Workshop „Erfolgreich in die Digitalisierung durch Diversität“ war die Frage, wie das Recruiting für gemischte, kreative und starke Teams gelingen kann. Referent war Dominique René Fara von Tree Consulting.

Vielfalt, die beflügelt

Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor einem wunderbaren Buffet, dürften sich aber nur eine Sache aussuchen und müssten diese eine Speise den ganzen Abend essen. Mit diesem plastischen Bild führte Referent Dominique René Fara die rund 20 Teilnehmerinnen ins Thema Diversity in Teams ein: „Erst die Kombination und Vielfalt machen die Würze und die Reichhaltigkeit aus. Das ist das, was Teams beflügelt.“  

Diversity hat viele Facetten

So unterschiedlich wie die Speisen eines Buffets sind auch die Menschen in einem Team oder einem Unternehmen. Die Facetten gehen weit über typische Charakterisierungen durch Geschlecht, Alter, Religion oder Herkunft hinaus. Auch der Familienstand, das bisherige Einkommen, Freizeitverhalten, individuelle Lebensentwürfe und Gewohnheiten definieren eine Persönlichkeit. Hinzu kommen Faktoren, die in der Organisation selbst verortet sind, wie die Betriebszugehörigkeit, die Position und konkrete Arbeitsinhalte. Dass derart unterschiedliche Menschen auch unterschiedlichste Perspektiven zur Lösung von Herausforderungen einbringen, liegt auf der Hand.

Aufgaben werden immer komplexer

„Daten sind das neue Öl“, heißt es oft. Heute bestimmen Daten und Digitalisierung fast alle Entwicklungen in der Wirtschaft. Digitale Unternehmen wie Facebook, Apple, Amazon oder Google belegen in Rankings heute die Spitzenplätze. Digitalisierung und der Umgang mit Daten machen die Aufgaben in Unternehmen aber auch zunehmend komplexer. „Leichte Tätigkeiten, bei denen Methode und Ziel klar sind, können als erstes ersetzt werden“, mahnt Dominique Fara: „Wir müssen stärker Richtung Komplexität gehen. Und dafür brauchen wir die Kreativität diverser Teams und agile Methoden.“

Doch wie kann es gelingen, ein diverses Team zu rekrutieren. In Arbeitsgruppen entwickelten die Teilnehmenden des Workshops Ideenpakete und Ansatzpunkten für das Recruiting für starke, diverse und kreative Teams.

Personas und die Teamperspektive erleichtern die Planung

Wer immer das sucht, was er oder sie kennt, wird auch nichts Neues finden. Wer allerdings schon im Vorfeld unterschiedlichste Idealtypen mit diversen Hintergründen definiert, kann den eigenen Blick weiten. „Personas“ sind fiktive Beschreibungen der gesuchten Fachkräfte. Die Beschreibung der Persona beginnt beim Namen, geht über soziodemografische, fachliche bis hin zu verhaltensbezogenen Merkmalen. Der Vorteil: Mit Personas werden abstrakte Merkmale erlebbar und können auf verschiedene Idealtypen verteilt werden.

Dominique Fara empfiehlt ein Kompetenzmodell für das gesamte Team zu entwickeln. Damit lässt sich schnell feststellen, welche Fähigkeiten schon vorhanden sind und was noch fehlt. Beispielhaft nennt er Teamkompetenzen wie Wandlungsfähigkeit, Zusammenarbeitsfähigkeit, Digitalfähigkeit, Agilfähigkeit und Unternehmerfähigkeit.

Kommunikation und Kanäle

Erst wenn feststeht, wer gesucht wird, können die richtigen Kommunikationskanäle gewählt werden. Die Suche kann auch über informelle und persönliche Netzwerke erfolgen, um zum Beispiel eine bestimmte Zielgruppe zu erreichen. Wer unterschiedliche Menschen ansprechen möchte, sollte dies dann in Text und Bildsprache auch deutlich machen.

Selektion in den Köpfen und im Unternehmen

Die vielleicht wichtigsten Prozesse müssen sich aber in den Unternehmen und in den Menschen selbst ändern. Schon die Recruiting-Teams sollten divers aufgestellt sein. Das bedeutet, dass sich jede und jeder im Team die innere Haltung auch mit den eigenen Vorurteilen bewusst macht. 

Denn fast alle Menschen haben Normen im Kopf, die an eine männliche Gesellschaft geknüpft sind.

Auch die Selektionsprozesse in den Unternehmen bedürfen der Überprüfung. Sogenannte Gate Keeper sollten in Hinblick auf Vielfalt sensibilisiert sein. „Wenn wir unsere Klischees im Kopf ändern, haben wir einen großen Schritt getan“, war das passende Fazit einer Teilnehmerin. Die Anonymisierung von Bewerbungsunterlagen kann im Selektionsprozess viel dazu beitragen.

Durch Vielfalt in ihren Teams können sich Unternehmen für die Herausforderungen der Digitalisierung in Position bringen. „Als Kompetenzzentrum geht es uns darum, kleine und mittlere Unternehmen zu unterstützen, auch in Zukunft attraktive Arbeitgebende zu sein. Dazu gehören Themen wie Talentmanagement, aber auch die Verankerung von Diversity“, sagt Ursula Bobitka vom Kompetenzzentrum Frau & Beruf. Denn Menschen, die in besseren Teams arbeiten, haben auch ein schöneres Leben. Und das ist schließlich für alle attraktiv

 

 

Kontakt

Dortmunder Forum Frau und Wirtschaft e. V

Evinger Platz 17
44339 Dortmund 

Fon: +49 176 – 64 04 38 34
E-Mail: infodffwde

Social Media

XING

DIE SELEKTION IM KOPF - KREATIVE TEAMS FÜR KOMPLEXE AUFGABEN REKRUTIEREN

Digitalisierung ist derzeit ein großes Thema in Dortmund. Die Wirtschaftsförderung Dortmund hat zu mehr als 200 Veranstaltungen im Rahmen der Digitalen Woche #diwodo geladen. Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Frau & Beruf beteiligte sich auch das  Dortmunder Forum Frau und Wirtschaft e. V.  Thema im Online-Workshop „Erfolgreich in die Digitalisierung durch Diversität“ war die Frage, wie das Recruiting für gemischte, kreative und starke Teams gelingen kann. Referent war Dominique René Fara von Tree Consulting.

Vielfalt, die beflügelt

Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor einem wunderbaren Buffet, dürften sich aber nur eine Sache aussuchen und müssten diese eine Speise den ganzen Abend essen. Mit diesem plastischen Bild führte Referent Dominique René Fara die rund 20 Teilnehmerinnen ins Thema Diversity in Teams ein: „Erst die Kombination und Vielfalt machen die Würze und die Reichhaltigkeit aus. Das ist das, was Teams beflügelt.“  

Diversity hat viele Facetten

So unterschiedlich wie die Speisen eines Buffets sind auch die Menschen in einem Team oder einem Unternehmen. Die Facetten gehen weit über typische Charakterisierungen durch Geschlecht, Alter, Religion oder Herkunft hinaus. Auch der Familienstand, das bisherige Einkommen, Freizeitverhalten, individuelle Lebensentwürfe und Gewohnheiten definieren eine Persönlichkeit. Hinzu kommen Faktoren, die in der Organisation selbst verortet sind, wie die Betriebszugehörigkeit, die Position und konkrete Arbeitsinhalte. Dass derart unterschiedliche Menschen auch unterschiedlichste Perspektiven zur Lösung von Herausforderungen einbringen, liegt auf der Hand.

Aufgaben werden immer komplexer

„Daten sind das neue Öl“, heißt es oft. Heute bestimmen Daten und Digitalisierung fast alle Entwicklungen in der Wirtschaft. Digitale Unternehmen wie Facebook, Apple, Amazon oder Google belegen in Rankings heute die Spitzenplätze. Digitalisierung und der Umgang mit Daten machen die Aufgaben in Unternehmen aber auch zunehmend komplexer. „Leichte Tätigkeiten, bei denen Methode und Ziel klar sind, können als erstes ersetzt werden“, mahnt Dominique Fara: „Wir müssen stärker Richtung Komplexität gehen. Und dafür brauchen wir die Kreativität diverser Teams und agile Methoden.“

Doch wie kann es gelingen, ein diverses Team zu rekrutieren. In Arbeitsgruppen entwickelten die Teilnehmenden des Workshops Ideenpakete und Ansatzpunkten für das Recruiting für starke, diverse und kreative Teams.

Personas und die Teamperspektive erleichtern die Planung

Wer immer das sucht, was er oder sie kennt, wird auch nichts Neues finden. Wer allerdings schon im Vorfeld unterschiedlichste Idealtypen mit diversen Hintergründen definiert, kann den eigenen Blick weiten. „Personas“ sind fiktive Beschreibungen der gesuchten Fachkräfte. Die Beschreibung der Persona beginnt beim Namen, geht über soziodemografische, fachliche bis hin zu verhaltensbezogenen Merkmalen. Der Vorteil: Mit Personas werden abstrakte Merkmale erlebbar und können auf verschiedene Idealtypen verteilt werden.

Dominique Fara empfiehlt ein Kompetenzmodell für das gesamte Team zu entwickeln. Damit lässt sich schnell feststellen, welche Fähigkeiten schon vorhanden sind und was noch fehlt. Beispielhaft nennt er Teamkompetenzen wie Wandlungsfähigkeit, Zusammenarbeitsfähigkeit, Digitalfähigkeit, Agilfähigkeit und Unternehmerfähigkeit.

Kommunikation und Kanäle

Erst wenn feststeht, wer gesucht wird, können die richtigen Kommunikationskanäle gewählt werden. Die Suche kann auch über informelle und persönliche Netzwerke erfolgen, um zum Beispiel eine bestimmte Zielgruppe zu erreichen. Wer unterschiedliche Menschen ansprechen möchte, sollte dies dann in Text und Bildsprache auch deutlich machen.

Selektion in den Köpfen und im Unternehmen

Die vielleicht wichtigsten Prozesse müssen sich aber in den Unternehmen und in den Menschen selbst ändern. Schon die Recruiting-Teams sollten divers aufgestellt sein. Das bedeutet, dass sich jede und jeder im Team die innere Haltung auch mit den eigenen Vorurteilen bewusst macht. 

Denn fast alle Menschen haben Normen im Kopf, die an eine männliche Gesellschaft geknüpft sind.

Auch die Selektionsprozesse in den Unternehmen bedürfen der Überprüfung. Sogenannte Gate Keeper sollten in Hinblick auf Vielfalt sensibilisiert sein. „Wenn wir unsere Klischees im Kopf ändern, haben wir einen großen Schritt getan“, war das passende Fazit einer Teilnehmerin. Die Anonymisierung von Bewerbungsunterlagen kann im Selektionsprozess viel dazu beitragen.

Durch Vielfalt in ihren Teams können sich Unternehmen für die Herausforderungen der Digitalisierung in Position bringen. „Als Kompetenzzentrum geht es uns darum, kleine und mittlere Unternehmen zu unterstützen, auch in Zukunft attraktive Arbeitgebende zu sein. Dazu gehören Themen wie Talentmanagement, aber auch die Verankerung von Diversity“, sagt Ursula Bobitka vom Kompetenzzentrum Frau & Beruf. Denn Menschen, die in besseren Teams arbeiten, haben auch ein schöneres Leben. Und das ist schließlich für alle attraktiv